alte Ansichtskarten / old postcards

Propaganda-AK

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Mit der Verbreitung der Ansichtskarte als Medium wurde schnell erkannt, dass sich Ansichtskarten auch für die politische Einflussnahme, also für propagandistische Zwecke aller politischer Richtungen bestens eigneten.
Anders als große Plakate entfalteten die handlichen Ansichtskarten auch in den heimischen vier Wänden ihre Wirkung auf den Besitzer und seine nähere Umgebung. Dank auflagenstarker Drucktechnik konnten Sie massenhaft, schnell und zielgerichtet Einfluss auf das politische Bewusstsein der Menschen nehmen.

Ein hervorstechendes Merkmal der Propagandakarte war, dass Sie besonders gerne als ideologisches Mittel in Kriegs- und Krisenzeiten diente und somit Sprachrohr für diktatorische, dogmatische sowie nationalistische oder extremistische Haltungen war. Demnach erfuhr die Propagandakarte ihre Hochzeit in den beiden Weltkriegen, am Vorabend und während des Nationalsozialismus, der Duce-Ära in Italien, als auch in der kommunistischen Arbeiterbewegung und in der Sowjetunion.

Beschränkte man sich in den Anfängen der Propagandakarten noch auf Wahlsprüche und Parolen, entdeckte man zunehmend die künstlerische Druckgrafik, wie sie zunehmend auch im industriellen Segment durch die Werbung eingesetzt wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche berühmte bildende Künstler und Werbegrafiker ihrer Zeit auch Propagandakarten entwarfen, die unabhängig ihrer politischen Aussage noch heute eine hohe künstlerische Ästhetik und Stilistik besitzen und dementsprechend wertvoll sind.

Beitrag von Igor Wachtel, Bartko-Reher-Team

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