alte Ansichtskarten / old postcards

Auf Propagandareise

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Einige Jahre, nachdem Esperanto veröffentlicht worden war (1887), war sein Gebrauch noch per Korrespondenz, Literatur und Zeitungen. Während des ersten Esperanto-Weltkongresses (Frankreich, 1905) waren viele enthusiastisch überrascht von ihren ersten konkreten unmittelbaren Kontakten mit anderssprachigen Esperantisten. Dadurch stellte man fest, dass Esperanto völlig geeignet war für jegliche Situation außerhalb eines Kabinetts. Es fanden immer mehr Vergnügungsrundreisen statt aber zuweilen auch mit der Nebenabsicht die Hilfssprache durch öffentliche Vorträge, Interviews u. s. w. zu verbreiten.

Als einer dieser "Propagandisten" handelte 1912 Vasilij Nikolajevitsch DEVJATNIN (1862-1938). Er war Lehrer für Latein und russische Literatur in Kiew und Vilnius und lernte 1891 Esperanto. Er übersetzte viel aus dem Russischen nach Esperanto, aber verfasste auch original auf Esperanto verschiedene Gedichte, Bücher und Lehrbücher. 1905 wurde er Mitglied der Lingva Komitato (Sprachkommision), einer Art schöngeistigen Akademie von Esperanto.

Während der Teilnahme am siebten Weltkongress in Antwerpen (1911) wurde er eingeladen, ein Jahr in Paris zu verbringen. Von dieser Stadt ging er 1912 während 42 Tagen zu Fuß mit einem türkischen Esperantisten, M. Roman, zum achten Kongress nach Krakau.

In Prien, einem ihrer Übernachtungsorte gab H. Hübner im selben Jahr anlässlich ihres Besuchs eine Ansichtskarte heraus. Auf der Karte von links: Roman, H. Hilbrich (Hannover), H. Hübner, der erste Vorsitzende des örtlichen E-Klubs, L. Bierlein (Prien), Devjatnin mit der kleinen Tochter Gertrudes von Hübner ("die jüngste Esperantistin") und J. B. Niller (Prutdorf) in oberbayerischer Nationaltracht. Die Erlebnisse dieser Reise wurden in dem Buch "Propaganda piedvojago" ("Propagandistische Fußreise") beschrieben.

Das Leben hielt eine Überraschung für ihn bereit. 1914, unterwegs zum zehnten Esperantokongress in Paris (eröffnet an dem selben Tage als der erste Weltkrieg ausbrach), hielt man den Zug an und er wurde nach Leipzig gebracht. Devjatnin wurde Kriegsgefangener in Traunstein bis 1918. Nach einiger Zeit gelang es ihm, deutsche Unteroffiziere Esperanto zu lehren und sogar ein Gehalt zu bekommen. Danach verbrachte er vier Jahre in Leningrad und Kiew bis zu seinem Lebensende.

Author: James Rezende Piton
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